Das ſ, mein Lieblingsbuchſtabe

Geſtern wurde ich in einem Kommentar gefragt, was denn eigentlich mit meinem S los ſei; es werde nicht richtig dargeſtellt und ſei unangenehm zu leſen. Über kurz oder lang muſſte dieſe Frage einfach auftauchen :).

Also, bei den ›komiſchen‹ s handelt es ſich um das ſogenannte lange s (ſ), das früher in den Gebrochen Schriften (wie Fraktur, Sütterlin, …) neben dem ›normalen‹ s (oder beſſer: Schluſs-s) benutzt wurde. Es gibt ſogar recht ausführliche Regeln dafür, wo ſ und wo s ſtehen ſollte.

Ein Darſtellungsfehler des Browſers liegt nur vor, wenn die ſ als Fragezeichen oder Käſtchen dargeſtellt werden (dann fehlt eine Schrift wie die DejaVu, die alle üblichen Sonderzeichen abdeckt); wenn das ſ jedoch ſo ähnlich wie ein f ausſieht, iſt es einfach ungewohnt. Merke: ›Oſtfrieſe‹ meint ›Ostfriese‹ und nicht ›Oftfriefe‹!

Über die Frage der Lesbarkeit kann man ſich natürlich ausgiebig ſtreiten (und das wurde in der Vergangenheit auch häufig getan); ich bin der Auffaſſung, das auch die Antiqua durch das ſ gewinnt – wenn man ſich erſt einmal daran gewöhnt hat. Dadurch tritt die Silbenſtruktur einfach deutlicher hervor … und in einigen Fällen beſteht zwischen ſ und s ſogar ein echter inhaltlicher Unterſchied:

Der Satz »Die Wachstube in der Wachſtube, die am Dienſttag Dienstag nach der Verſendung der Versendung über das Kreiſchen der Kreischen zum Röschen hinter der Röſche anläſslich des Landestages zum Landeſteg gebracht wurde …« bedeutet (einmal ganz explizit aufgebröſelt):

»Die Wachs-tube (eine Tube voller Wachs) in der Wach-ſtube (das Stubenzimmer in der Wache), die am Dienſt-tag (ein Tag, an dem man arbeiten muſs) Diens-tag (der Wochentag) nach der Ver-ſendung (etwas wurde transportiert) der Vers-endung (etwa am Ende eines Gedichtes) über das Krei-ſchen (ſich laut artikulieren, brüllen) der Kreis-chen (Verniedlichungsform der geometrischen Figur Kreis) zum Rös-chen (eine kleine Roſe/Blume) hinter der Rö-ſche (eine Rinne zur Wasserableitung) anläſslich des Landes-tages (Das Jubiläum eines Landes) zum Lande-ſteg (Ein Platz, wo man vom Land aufs Schiff wechſeln kann) gebracht wurde …«

Bedauerlicherweiſe werden die Gebrochenen Schriften heutzutage von vielen mit rechtem Gedankengut in Verbindung gebracht, was aber nur die halbe Wahrheit iſt; tatſächlich wurden die Gebrochen Schriften durch den »Normalſchriftenerlaſs« der Nationalſozialisten 1941 ſogar verboten, da es ſich um »Schwabacher Judenlettern« handele. Tatſächlich waren wohl eher militärische Gründe (Lesbarkeit von Erlaſſen in den von Deutſchen beſetzten Gebieten) ausſchlaggebend – oder einfach , daſs der Gröfaz ſie nicht mochte. Beſondere Ironie liegt natürlich darin, daſs dieſe Tatſachen den meiſten Nazivollpfoſten gar nicht bewußt ſind; geſchweige den die korrekte Anwendung des langen ſ: Wenn in der Bierwerbung nicht Haſſeröder geſagt werden würde, würden die wahrſcheinlich »Hafferöder« dazu ſagen ;-).

Nach 1945 hatten die Leute verſtändlicherweiſe ganz andere Probleme; und auch die Beſatzungsmächte hatten verſtändlicherweiſe kein großes Intereſſe daran, eine Schrift wiedereinzuführen, die ſie ſelbſt schon länger nicht mehr benutzten. Doch bis zu dem Verbot durch die Nazis waren die Gebrochenen Schriften über Jahrunderte hinweg im deutſchen Sprachraum üblich; ſo wurde die für die deutſche Sprache ſo unglaublich wichtige Bibelüberſetzung Martin Luthers in der Schwabacher, »Das Kapital« von Karl Marx in der Frakturſchrift geſetzt. Und Marx war – im Gegenſatz zu Luther – ganz ſicherlich kein Rechter!

Kurzum: Die Gebrochen Schriften ſind nur in ſo weit Naziſchriften, wie die Antiqua die Atombombenſchrift und Kyrlisch die
Gulagſchrift iſt; Schriften ſollten eher in äſtetiſchen als in politiſchen Kategorien gemeſſen werden. Was allerdings nicht bedeutet, daſs wir die Gebrochenen Schriften den Ewiggeſtrigen überlaſſen ſollten! Kurzum, ich habe eine maſſive Schwäche für die ›komiſchen‹ ſ, und ich werde ſie hier auch in Zukunft weiterhin benutzen – Traditionen muſs man pflegen, wenn ſie nicht ausſterben ſollten :).

Andere mögen auch heute noch unwiſſentlich den Befehlen des ›Führers‹ Folge leiſten und ſich damit ſelbſt der Fähigkeit berauben, die handſchriftlichen Briefe ihrer Großeltern leſen zu können – ich gehöre nicht dazu!

Warum ich mich für die SPD entſchuldigen muſs

Ich habe heute die Berliner Erklärung mitunterzeichnet und damit – auch und gerade als Sozialdemokrat! – für für das Verhalten der SPD in der Causa Sarrazin um Entſchuldigung gebeten. Es ſchmerzt zutiefſt, wenn man miterleben muſs, wie die eigene Partei ihre Grundſätze den politischem Tagesgeſchäft opfert; und da es hier nicht um irgendeine Sachfrage, ſondern um einen wirklichen Grundpfeiler der SPD – den Kampf gegen Raſſismus – geht, fühle ich mich verpflichtet, auch öffentlich meinem Unmut kundtun.

Noch in der Hochphaſe der Sarrazin-Debatte ſchien mir die Welt noch in Ordung zu sein; auf die Aufforderung, aus einer Partei auszutreten, die Sarrazin als Mitglied duldet, erwiderte ich:

Alſo da muſs ich einfach widerſprechen: Denn das ist doch ganz genau die falſche Reaktion!

Es iſt in der Tat ſehr traurig, dass ein (Noch-)Mitglied der SPD derartig in rechte Vokabeln abgleitet – ich habe das Buch nicht gelesen, aber der Ton macht die Musik. Doch unſere (Ur)*großväter und -mütter haben als aufrechte Sozialdemokraten gegen die Nazis und ihre menſchenverachtende Ideologie gekämpft (und gelegentlich ihr Leben dafür laſſen müſſen); dies ſollte uns Mahnung ſein, auch in der heutigen Zeit – und das heißt innerhalb der Partei – dafür zu ſorgen, daſs dieſe Grundwerte nicht pervertiert werden.

Alſo: Ein aufrechter Genoſſe bleibt ſtandhaft und überläſſt die gute alte Tante SPD nicht rechtem Gedankengut! Unſer Parteivorſtand ſieht das genauſo und hat deswegen heute ein POV gegen Sarazzin mit dem Ziel Parteiausſchluſs in die Wege geleitet.

[…] … wenn hier jemand ſein SPD-Parteibuch mit ins Grab nimt, dann bin ich das! :).


Umſo beſchämender empfinde ich es, daſs der Parteivorſtand ſtill und heimlich im Schutz der Feiertage den Antrag auf Parteiausſchluſs zurückgenommen hat und es noch nicht einmal zu einer formale Rüge gegen Sarrazin gekommen ist, obwohl er kaum etwas zurückgenommen – geſchweige denn ſich entſchuldigt! – hat.

Welches Signal will der Parteivorſtand damit ausſenden? Daſs wir jederzeitaus reinem Opportunismus unſere tiefverwurzelſten Grundwerte über Bord werfen? Daſs es in der SPD Platz für abſolut Jedermann gibt? Wäre dann bald nicht gar eine »Arbeitsgemeinſchaft der Raſſiſtininnen und Raſſiſten in der SPD« denkbar? Sergey Lagodinsky, der Gründer des Arbeitskreiſes Jüdischer Sozialdemokraten, hat für ſich die logiſche Konſequenz gezogen und iſt mit zu Herzen gehenden Worten aus der SPD ausgetreten:

Ich kann es in einer Partei mit einem Sarrazin aushalten, aber ich kann es nicht in einer Partei aushalten, die sich aus Angst vor dem Stammtisch einem Sarrazin nicht stellen will. Oder noch schlimmer: die nicht mal weiß, ob sie das will.
[…]
Selten waren zahlreiche junge SPD-Mitglieder betrübter und beschämter über die eigene Partei als sie es am Karfreitag waren.


Ich bin einer von Ihnen.

Parallele Leben: Eine Geſchichte über Freie Software für kleine (und große!) Leute

Sl-vidas_paralelas-de-f-256
Als ich gestern auf den ſchönen Comic „Software Libre para gente pequeña“ des „ſembrando-Libertad-Projektes geſtoſſen bin, konnte ich einfach nicht anders, als ihn ins Deutſche zu überſetzen :). Als Schrift habe ich die Comic Jens Pro von Jens Kutilek benutzt und mir auch ſonſt bei der Überſetzung ziemliche viele Freiheiten herausgenommen; ſo iſt der Name meines guten bärtigen Onkels eine recht offenſichtliche Anſpielung auf einen anderen Richard (wobei der ſicherlich eine andere GNU/Linux-Diſtribuntion empfohlen hätte, aber ein bischen künſtleriſche Freiheit muſs erlaubt ſein).

Die SVG-Quelle habe ich an die ſpaniſchen Kreativen zurückgeſchickt, ſo daſs ſie da bald verfügbar ſein ſollte. Jedenfalls, wenn mein Spaniſch einigermaßen verſtändlich war … es iſt doch ziemlich erſchreckend, wie ſtark der aktive dem paſſiven Wortſchatz hinterherhinkt, wenn man eine einmal in der Schule erlernte Sprache länger nicht mehr benutzt hat :/.

Nachtrag: Die SVG-Quelle für die deuſche Verſion habe ich eben auf Github hochgeladen.

Heidi Kabel is doot

Heidi-kabel-verstorben

Heidi Kabel, die bekannteſte Volksſchauſpielerin (Nord-)Deutschlands, iſt heute im Alter von 95 Jahren verſtorben.

Ich glaube, dazu muſs man gar nicht mehr ſchreiben … wer erinnert ſich nicht an ihre Paraderolle beim »Tratſch im Treppenhaus«, ihr ſoziales Engagement und natürlich den langjährigen Einſatz für ihre plattdeutſche Mutterſprache? Sie hatte ſich ja ſchon länger altersbedingt aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, und doch war es unvergeſſlich, wie ſie 2004 bei der Bambi-Verleihung von Jan Fedder geradezu von der Bühne weggezogen werden muſſte … ſie war halt durch und durch Volksſchauſpielerin – ich werde ſie vermiſſen!

PS: Das einleitende Bild ſtammt von Wikipedia Commons, ich habe nur den Trauerfloor ergänzt.

Nachtrag: Auch der Plattdeuſch-Podcast von NDR 1 Niederſachſen hat ein Sendung anläßlich des Todes von Heidi Kabel produziert.

Zur Einſtimmung auf das Finale der Champions League

Ich kann mit dem geſamten Themenkomplex »Fußball« überhaupt nichts anfangen. Vielleicht liegt das ſchlicht an meiner Sozialiſation in einer Familie, in der ſich niemand für dieſes Thema erwärmen konnte; vielleicht auch an jeden denkwürdigen Worten, die Bibi Blocksberg einſt in der Hörſpielfolge „Das Sportfeſt” formulierte:

Gib’ auf, Papi, ich würde doch den Ball nicht fangen. Und ich find’ ſowieſo blöd, hinter einem einzigen Ball herzulaufen. Warum gibt man nicht jedem einen Ball?

Dies leuchtete meinem kindlichen ich ein, und ſo entwickelte ich zwar keine Abneigung, aber quaſi eine Art vollkommene Ignoranz gegenüber allen Sportarten, in denen es mehr Teilnehmer als Bälle gibt – und die bis zum heutigen Tage fortdauert.

Gelegentlich kann man ſich dieſem Thema jedoch in ſeinem Freundeskreis einfach nicht entziehen; beiſpielsweiſe wenn wie jetzt das Finale der diesjährigen Champions-League kurz vor der Tür ſteht. Da werden dann je zehn (oder waren es elf? zwölf? ach’, ſagen wir einfach: endlich viele) Spieler zweier Fußballclubs (namens „Bayern München” und „Inter Mailand“, um genau zu ſein) einem einzigen Ball hinterher laufen; viele Leute werden ſich das im Fernſehen anſehen und die Siegermannſchaft kriegt dann am Ende einen Pokal (beide Mannſchaften haben in dieſem Jahr wohl bereits zwei Pokale gewonnen, aber davon kann man wohl nie genug haben). Apropros: Bald findet in Südafrika auch eine Fußballweltmeiſterſchaft ſtatt, in der dann wieder jeweils zehn … und am Ende kriegt die Siegermannſchaft dann (¡Überraſchung!) einen anderen – mutmaßlich ſchönerern – Pokal.

Alſo: Wer auch immer ſich dafür dafür begeiſtern kann, möge dies tun und es aus vollem Herzen genießen! Aber verlangt nicht, daſs andere Eure Begeiſterung teilen … im Gegenzug verzichten wir dann auch darauf, Fußball als »Maſſenpſychoſe ſamt rückwärtsgewandtem Führerkult« zu bezeichen. Ups ;).

PS: Wieſo ich überhaupt etwas über dieſes Thema geſchrieben habe, wo es mich doch gar nicht intereſſiert? Nun, weil ich in Poſſums Welt auf ein ſchönes altes nordeutſches Volkslied geſtoßen bin, die einfach ſehr gut zum Champions-League-Finale paſſt – eine leichte Sympathietendenz hat man dann ja doch:

Über Battleſtar Galactica

Die Neuauflage von »Battleſtar Galactica« gehört definitiv zu den beſten Fernſehſendungen, die bisher in dieſem Jahrtausend produziert worden ſind – wer das beſtreitet, hat entweder eine ziemlich merkwürdige Auffaſſung von Qualitätsfernſehen, ſich von dem doch etwas martialisch klingenden Namen abſchrecken laſſen oder ſchlicht die letzten 10 Jahre hinter’m Mond verbracht.

Wahrſcheinlich trifft bei den Meiſten der zweite Punkt zu. Ich finde es ziemlich bedauerlich, daſs ſo eine hochqualitative Serie – einfach aufgrund ihres Namens! – nie zu einem gröſſeren Publikum finden konnte, ſondern auf einen kleinen Kreis von Science-Fiction-Fans beſchränkt geblieben iſt. Ich gebe zu, am Anfang war ich ſelbſt recht kritiſch: Die originale BSG-Fernſehſerie aus dem Jahre 1978 (die im Kielwaſſer des erſten Star-Wars-Films enſtand) iſt zwar Kult, aber zugegebenermaſſen oft ſehr eindimenſional, und als ſich dann im Pilotfilm der Neuauflage das neueſte zyloniſche Model nicht als Roboter, ſondern als Sexbombe im roten Kleid entpuppte, befürchtete ich ſchon das Schlimmſte.

Glücklicherweiſe irrte ich mich … denn Battleſtar Galactica iſt Science-Fiction im beſten Sinne: Es iſt eine Analogie auf unſere eigene Geſellſchaft, die Themen wie den 11. September (die Zerſtörung der Kolonien) und den Irakkrieg (die Beſetzung von Neu Caprica) und vor allen Dingen die Frage, wie ſich Menſchen wie Du und ich in ſolchen Extremſituationen verhalten würden, thematiſiert. Obwohl die Serie Battleſtar Galactica heißt und darin Raumkämpfe wie Killerroboter vorkommen, ſind doch die Menſchen, ihre Beziehungen und moralphiloſophiſche Fragen ihr eigentlicher Kern. Gerade dieſe moraliſchen Grautöne in Verbindung mit dem ſehr dunklen Grundton der Serie ſind es, die BSG ſo extrem feſſelnd machen: Völkermord, Kriegsverbrechen wie Vergewaltigung, Verrat, Vergebung, Rache, Liebe, Haſs – all’ das iſt in der Serie in intelligenter Art und Weiſe thematiſiert worden. Wen ſtört es da, daſs auch die Optik auf der Höhe der Zeit iſt? Im Prinzip ſollte man die ganze Serie ſowie als einen einzigen überlangen Kinofilm auffaſſen.

Warum ich dieſe Lobhudelei geſchrieben habe? Nun, heute Abend um 23:00 Uhr wird auf RTL 2 erſtmals das Halbſtaffelfinale Revelations in Deutſchland ausgeſtrahlt. Die Uhrzeit – wie die komiſche Überſetzung von »Enthüllungen« mit »Zur Erde!« – ſind ein gutes Beiſpiel dafür, wie ſtiefmütterlich dieſe Fernſehſerie hierzulande behandelt wird, aber dennoch würde ich jedem dieſe Folge ans Herz legen, um einmal einen Eindruck von BSG zu bekommen.

Wer jetzt erwidert, daſs man ſich doch nicht einfach eine aus dem Kontext herausgegriffene Epiſode einer ſehr ſtark auf Kontinuität ſetzen Serie anſehen kann … nun, der hat Recht. Glücklicherweiſe haben die Macher von BSG eine ſehenswerte Zuſammenfaſſung der geſamten Serie (bis zum großen Finale) erſtellt (bitte bei 11:20 bzw. der Umarmung von Adama und Roslin abbrechen, um ſich die Spannung für heute Abend zu erhalten):

Und wem das als Einſtimmung für heute Abend noch nicht gerreicht hat, dem empfehle ich die großartige Live-Aufname des Stück »Apocalypse«, geſpielt vom Battlestar Galactica Orchestra:

¡So say we all!

Rückblick auf “The Wheaton Recurrence”

Die letzte TBBT-Folge war doch recht merkwürdig. Natürlich gab es mehrere witzige Szenen, die diesmal insbesondere aus dem erneuten Gaſtauftritt von Will Wheaton und Sheldons höchſt verbiſſenen, aber oft recht hilflos wirkenden Verſuchen, ihn diesmal zu ſchlagen, entſtanden; insbeſondere ſein köſtlicher Verſuch, eine vulkaniſche Geiſtesverſchmelzung mit der Bowlingkugel einzugehen: »Mein Geiſt zu Deinem Geiſt, Deine Löcher zu meinen Löchern« – willwheatonstinks.org & .com und das »Du biſt der Internet Explorer zu meinem Firefox« waren aber auch nicht ſchlecht.

Der zweite – und langfriſtig wichtigere – Plot der Folge, die Trennung von Penny und Leonard, konnnte mich jedoch überhaupt nicht überzeugen. Nachdem die beidem zum Anfang der Staffel endlich – und überraſchend ſchnell – ein Paar geworden ſind, war es ſchon aus rein dramaturgiſchen Gründen abzuſehen, daſs ſich die beiden auch wieder trennen würden – dieſe Konſtellation birgt einfach mehr Konflikte und damit auch mehr Komik in ſich als eine ſeſte Beziehung.

Das Wie der Trennung konnte mich jedoch überhaupt nicht überzeugen: Da spricht Lennard endlich die drei magiſchen Worte, Penny fühlt ſich jedoch davon überfordert und macht kurz darauf (ausgerechnet nach einer Intervention von Will Wheaton) in einer Kurzſchlußreaktion Schluſs mit Leonard, der ſie hingegen geradezu verzweifelt anfehlt, ihre doch offenſichtliche glückliche Beziehung (man denke nur an das wunderſchöne poſtkoitale Yota-Zitat vom Anfang der Folge) nicht einfach ſo weg zu ſchmeißen. Das fühlte ſich einfach nicht richtig an!

Selbſtverſtändlich iſt “The Big Bang Theory” ›nur‹ eine Sitcom, aber die drei Hauptcharaktere haben doch eine gewiſſe Tiefe und Kontinuität entwickelt. Gerade Penny – die doch mit Abſtand empathiſchſte Perſon der Serie – hätte hier plauſibler agieren müſſen, eine Meinung, die auch Nadine in ihrem Review vertritt.

Aber denken wir wieder poſitiv: Die Trennung der Beiden birgt viel Potential für das langſam am Horizont erſcheinende Staffelfinale in ſich. ¡Vamos a ver!

Ein beſonders ſchön verschleiertes plain-TeX-Fundſtück

Heutzutage nutzt kaum noch jemand das urſprüngliche von Donald E. Knuth entworfene TeX, da es mit LaTeX (und ConTeX) viel bequemere darauf aufbauende Möglichkeiten gibt. Allerdings ſind ſie nicht mächtiger, denn ſchon TeX ſelbſt iſt Turing-vollſtändig (das iſt Informatikerſlang dafür, daſs man mit TeX eigentlich das Gleiche wie in allen anderen üblichen Programmierſprachen realiſieren kann).

Es gibt jedoch Leute, die das Programmieren in plain TeX faſt ſchon als eine eigenſtändige Kunſtform praktizieren. Eine gute Quelle dafür iſt Steve’s code blog, in dem ſchonmal ein plain TeX-Programm für die Steuerung eines Mars-Rovers vorkam.

Sein jüngeſtes L’art pour l’art-Beipiel war ein Beitrag zum diesjährigen π-Tag und iſt derart gelungen, das ich es hier wortlos wiederholen möchte (wer die Ausgabe nicht errät, kann die Datei einfach mit latex ſelbſt kompilieren):

TuX der Bär

Tux-der-baer

Ich neige dazu, meinen Computern – aber auch allen anderen techniſchen Gerätſchaften – einen einprägſamen Namen zu geben. Als mir jüngſtens die Lieblingstante aus Fruſt, weil ihre Apfelkiſte bei dieſer Standardhardware verſagt purer Großherzigkeit einen USB-Stick in Form eines Bärens im Tuxedo (engl. für Smoking – ja, letzteres iſt ein rein deutſches Wort) ſchenkte, war es da recht naheliegend, ihn Tux zu nennen – auch wenn man da normalerweiſe eher an einen ganz beſtimmten Pinguin denkt. Seinem Namen entſprechend werde ich mir da wohl ein ſauberes Live-Linux-Syſtem für den Notfall draufpacken – die Vergangenheit hat mir gezeigt, daſs ſo etwas durchaus äußerst nützlich ſein kann :).

Apropos: Eigentlich hatte ich ja auch irgendwann einmal vor, die Nähanleitung auf free­penguin.org in die Tat umzuſetzen (und eventuell bei der Gelegenheit den ›Quellcode‹ und die ›Dokumentation‹ etwas auszubauen) – allerdings iſt da das letzte Update ſchon etwas länger her, und die Lizenz ſcheint GPL2 only zu ſein (ich konnte jedenfalls keinen “or any later version”-Hinweis finden) – wobei ich gerade hier beim offiziellen Linux-Maskottchen die GPL3 erwartet hätte. Ich glaub’, ich ſchreib’ da mal eben eine E-Mail und hoffe auf das Beste :). Um dieſes Thema mit einem altbekannten (aber leicht von mir umformulierten) Witz abzuſchließen:

Richard M. Stallman und Linus Torvalds diskutieren darüber, wer die wichtigsten Beiträge zur Informatik geleistet hat.

Stallman: »Gott hat mir gesagt, dass ich mit Emacs den besten Editor der Welt programmiert habe!«

Torvalds: »Nun, Gott hat mir aber gesagt, dass ich mit Linux den besten Betriebsſystemkernel der Welt programmiert habe.«

Stallman: »Nun, Gott hat mir aber gesagt, dass ich mit der GPL3 die beste Softwarelizenz der Welt erschaffen habe!«

Torvalds: »Nun, Gott hat mir aber gesagt,dass ich mit Git die beste verteilte Versionsverwaltung der Welt erschaffen habe!«

Mächtige Stimme von oben: »Nun aber mal langsam … was soll Donald E. Knuth alles gesagt haben?«